Wie man Geschäftskredit aufbaut: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Kleinunternehmer
Fast 75 % der Kleinunternehmen haben Schwierigkeiten, sich eine Finanzierung zu sichern, da ihre Kredithistorie mangelhaft oder begrenzt ist. Dennoch wissen viele Unternehmer nicht, dass die unternehmerische Kreditwürdigkeit (Business Credit) als ein vom Privatkredit getrenntes System existiert – eines, das bessere Finanzierungskonditionen ermöglichen, persönliches Vermögen schützen und die Glaubwürdigkeit Ihres Unternehmens bei Lieferanten und Partnern steigern kann.
Der Aufbau eines Geschäftskredits erfordert gezielte Anstrengungen, aber der Ertrag ist beträchtlich. Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihr unternehmerisches Kreditprofil von Grund auf aufzubauen und zu erweitern.
Was ist ein Geschäftskredit und warum ist er wichtig?
Ein Geschäftskredit ist ein Maßstab für die finanzielle Vertrauenswürdigkeit Ihres Unternehmens. Er wird von spezialisierten Wirtschaftsauskunfteien anhand Ihrer Arbeitgeberidentifikationsnummer (EIN) anstelle Ihrer Sozialversicherungsnummer erfasst. Er spiegelt wider, wie zuverlässig Ihr Unternehmen seine Rechnungen bezahlt, Schulden verwaltet und finanziellen Verpflichtungen nachkommt.
Eine starke unternehmerische Kreditwürdigkeit bietet mehrere Vorteile:
- Bessere Darlehenskonditionen und Zinssätze. Kreditgeber bieten Unternehmen mit nachgewiesener Kredithistorie günstigere Finanzierungen an.
- Höhere Kreditlimits. Lieferanten und Kreditkartenherausgeber gewähren kreditwürdigen Unternehmen großzügigere Bedingungen.
- Trennung von privater und geschäftlicher Haftung. Ein starkes unternehmerisches Kreditprofil bedeutet, dass Sie sich schließlich für Finanzierungen ohne persönliche Bürgschaft qualifizieren können.
- Erhöhte Glaubwürdigkeit. Lieferanten, Partner und potenzielle Kunden können Ihre Bonität prüfen, bevor sie Vereinbarungen treffen.
- Mehr Verhandlungsmacht. Unternehmen mit solider Kredithistorie können bessere Zahlungsbedingungen mit Lieferanten aushandeln.
Geschäftskredit vs. Privatkredit: Wichtige Unterschiede
Das Verständnis der Unterschiede zwischen Geschäftskrediten und Privatkrediten hilft Ihnen, beide effektiv zu verwalten.
Score-Bereiche
Privatkredite (FICO) liegen im Bereich von 300 bis 850. Geschäftskredite liegen in der Regel zwischen 1 und 100, wobei die genaue Skala von der jeweiligen Auskunftei abhängt.
Rechtlicher Schutz
Privatkredite sind durch den Fair Credit Reporting Act geschützt, der Ihnen das Recht gibt, Fehler anzufechten und kostenlose jährliche Berichte einzusehen. Für Geschäftskredite gibt es keine gleichwertigen bundesweiten Schutzbestimmungen, was bedeutet, dass jeder bezahlen kann, um Ihren Bericht ohne Ihr Wissen einzusehen.
Was erfasst wird
Privatkredite verfolgen Ihre individuellen Kreditaufnahmen – Kreditkarten, Hypotheken, Autokredite. Geschäftskredite überwachen, wie Ihr Unternehmen Verkäufer, Kreditgeber und Lieferanten bezahlt. Die Zahlungshistorie ist bei der Bewertung der unternehmerischen Bonität noch gewichtiger als beim Privatkredit.
Wechselseitige Auswirkungen
Wenn ein Unternehmen neu ist und keine Kredithistorie hat, verlassen sich Kreditgeber oft auf die private Schufa-Auskunft des Eigentümers, um das Risiko einzuschätzen. Wenn Ihr Geschäftskredit wächst, können Sie die beiden Bereiche zunehmend trennen und so das private Risiko reduzieren.
Die drei großen Wirtschaftsauskunfteien für Unternehmen
Drei primäre Büros verfolgen Geschäftskredite, und jedes verwendet unterschiedliche Scoring-Modelle.
Dun & Bradstreet (D&B)
D&B ist die älteste und am weitesten anerkannte Wirtschaftsauskunftei für Unternehmen und verwendet eine eindeutige neunstellige Kennnummer, die D-U-N-S-Nummer, um Ihr Unternehmen zu verfolgen. Die bekannteste Kennzahl ist der PAYDEX-Score, der von 1 bis 100 reicht und sich ausschließlich auf das Zahlungsverhalten konzentriert. Ein PAYDEX-Score von 80 oder höher zeigt an, dass Sie pünktlich oder vorzeitig zahlen.
Experian Business
Experian erstellt unternehmerische Kreditprofile anhand von Hunderten von Datenpunkten aus Zahlungshistorie, öffentlichen Aufzeichnungen und Finanzkonten. Der primäre Score, Intelliscore Plus, reicht von 1 bis 100, wobei höhere Werte ein geringeres Risiko signalisieren.